Zwischenzeitlich hab ich Erfahrungen mit dem Radar auf der Nord- und Ostsee gemacht. Hierbei hat sich die Verwendbarkeit der MARPA Zielverfolgung als ziemlich unbrauchbar erwiesen. Beim Queren der Verkehrstrennungsgebiete auf der Nordsee habe ich die Erfahrung gemacht, dass das Gerät zwar die Richtung und Geschwindigkeit der Grossen Pötte erkennt, diese aber wegen der stark schwankenden Werte so gut wie garnicht für die Abschätzung einer Kollisionssituation verwendet werden können. Das Problem kommt offensichtlich durch die Wellen und den damit zusammenhängenden Bewegungen der Radarantenne im Mast. Diese überlagern sich mit der Schiffsgeschwindigkeit und führen zu starken Schwankungen der Vektoren des Ziels. Nach meiner Erfahrung ist AIS das wesentlich bessere Hilfsmittel um solche Situationen zuverlässig beurteilen zu können. Auch die Erkennbarkeit von kleinen Zielen ist bei den Bedingungen am Meer, wesentlich schlechter als bei den kleinen Wellen am Bodensee. Ansonsten finde ich dass Radar ein tolles Hilfsmittel ist.
Alter Beitrag vom 06.01.2009
Hier meine Erfahrungen nach einer Saison mit Radar. Erstaunlich finde ich die gute Erkennbarkeit von anderen Booten auf dem Radarschirm. Selbst Bojen und Seezeichen lassen sich einwandfrei erkennen, wenn man die Antenne auf kurze Distanz gestellt hat. Das Radar bringt vor allem bei Nacht und im Nebel viel. Wenn man den See in Längsrichtung befährt ist es hilfreich, dass man einen Sicherheitskreis um das Boot ziehen kann. Wenn ein anderes Boot in diesen Keis einfährt wird man durch einen lauten Signalton gewarnt. Wenn man solo unterwegs ist, kann man dadurch in Ruhe auch mal was unter Deck erledigen. Die Erfahrung hat gezeigt dass diese Funktion absolut zuverlässig funktioniert. Ich verwende eine Raymarine 2KW Antenne mit einem E-Serie E80 Multifunktionsdisplay. Die Radaroverlay Funktion legt das Radarbild über die Karte. Das ist vor allem für Anfänger hilfreich um sich bei guter Sicht an den Umgang mit Radar zu gewöhnen. Es hat aber den Nachteil, dass man recht genau hinschauen muss um alle Boot zu erkennen. Übersichtlicher finde ich den Radar Modus mit gelben Echos auf schwarzem Grund. Hier entgeht einem normalerweise nichts. Im Allgemeinen splitte ich das Display in drei Teile (Karte, Radar, Daten). Der Stromverbrauch der Antenne liegt bei ca. 2,5 Ampere. Eine weiter nützlich Funktion ist das Erkennen von Regen. Wenn man die Antenne auf grösser 6 Seemeilen einstellt, werden Regenfelder sehr gut angezeigt. Am besten verwendet man dabei die Radaroverlay Anzeige und kann dann sehr gut einscätzen wo Gewitterzellen stehen und wie sie ziehen. Ich bin mit hilfe dieser Funktion mehrmals erfolgreich veranziehenden Starkregenfeldern ausgewichen.
Zusammenfassend möchte ich sagen, dass Radar am Bodensee zwar nicht wirklich nötig, aber doch ein tolles Spielzeug mit Mehrwert ist.